|
Quelle: www.bmvbs.de, Bundesministerium für Verkehr, Bau und StadtentwicklungÂ
Â
Elektromobilität – Forschung und Planung
Deutschland verbraucht derzeit rund 30 Prozent seiner Primärenergie im Verkehrsbereich. Um eine größere Unabhängigkeit vom Öl zu erlangen, muss die Energieversorgung im Mobilitätsbereich künftig aber vielfältiger werden.
Fahrzeuge mit Elektroantrieb bieten große Potenziale zur Verringerung der verkehrsbedingten CO2-Emissionen sowie der Abhängigkeit von Erdölimporten. Daher hat die Bundesregierung das Thema Elektromobilität in das Integrierte Energie- und Klimaprogramm aufgenommen. Ende 2008 wird das Bundeskabinett einen Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität verabschieden, der den Rahmen für künftige Technologieentwicklungen und für eine anzustrebende Markteinführung von Plugin-Hybrid- und Elektrofahrzeugen in Deutschland bilden soll.
Dabei wird Elektromobilität als ein ganzheitliches Konzept betrachtet, das eine Vielzahl unterschiedlicher Fragestellungen umfasst:
Forschung

Elektromobilität ist ein Forschungsthema: Die Batterietechnologie ist eine Schlüsselfrage. Von der Lösung der offenen Fragen in diesem Zusammenhang hängt die Zukunftsfähigkeit und der massentaugliche Einsatz in der Praxis der Elektromobilität ab.
Energie

Elektromobilität ist ein Energiethema: Es geht um komplexe und schwierige energiepolitische Fragestellungen. Denn der Nutzen der Elektromobilität ist untrennbar mit der Frage des Einsatzes von erneuerbaren Energien verbunden. Die Koppelung der Elektromobilität an den Ausbau zusätzlicher erneuerbarer Energien ist dabei keine Frage des ob, sondern eine Frage des Zeitpunkts und des Modells. Hierzu müssen Politik und Energiewirtschaft gemeinsam an passenden Lösungsvorschläge arbeiten. Verkehr

Elektromobilität ist besonders ein Verkehrsthema. Unsere Mobilitätsanforderungen sind vielfältig. Sie umfassen Nah- und Fernverkehr für Personen und Güter. Für diese Zwecke gilt es, die jeweils richtigen Batterie- und Antriebskonzepte zu entwickeln und sie in einen verkehrspolitischen Gesamtkontext zu stellen. Auch die "Batterie" wird nicht alle Herausforderungen alleine meistern können.
Deutschland ist führend im Bereich der zukunftsträchtigen Antriebstechnologien. Dieser hohe Technologiestand muss genutzt werden, um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu stärken. Raum- und Stadtplanung

Elektromobilität ist auch ein Thema für die Raum- und Stadtplanung: In diesem Kontext geht es um den Aufbau einer angemessenen Ladeinfrastruktur. Es geht darum, zu überprüfen, ob die herkömmlichen Instrumente der Raum- und Stadtentwicklung den künftigen Anforderungen der Elektromobilität gerecht werden. 

Fragen sind beispielsweise Genehmigungsfragen beim Aufbau einer Ladeinfrastruktur, Ausweisung von zentralen Ladeplätzen oder die Einrichtung von Sonderfahrspuren. Der Dialog mit den Städten und Gemeinden, mit Verkehrsunternehmen und Stadtwerken ist dafür von großer Bedeutung. Unbestritten ist, dass Elektroautos die Belastungen der Städte und Ballungsräume mit Schadstoffen, Feinstaub und Lärm verringern und damit zur Steigerung der Lebensqualität beitragen.
 Mobilitätskultur

Elektromobilität bedeutet eine neue Mobilitätskultur: Das fossile Zeitalter geht seinem Ende entgegen. Künftig werden wir uns die Frage stellen müssen: Wofür brauche ich mein Auto? Wie weit fahre ich? Wie viel Gepäck oder Passagiere möchte ich mitnehmen? Die Antworten werden unterschiedlich ausfallen und die Wahl des passenden Fahrzeugs bestimmen. Ohne öffentliche Akzeptanz bei den Verkehrsteilnehmern und gut informierte Kunden wird die Einführung neuer Technologien nicht funktionieren. 

Die Politik muss die Menschen noch stärker davon überzeugen, für ihr Handeln auch in Hinblick auf künftige Generationen Verantwortung zu übernehmen. Im Sinne eines klimafreundlichen und nachhaltigen Verkehrs sind wir alle zum Umdenken auch bei der Autonutzung gefordert. Elektromobilität: Zielsetzungen
Elektromobilität ist vielseitig. Sie beinhaltet Hybridantriebe, Batterietechnologie oder Brennstoffzellen. Auch der Einsatz dieser Technologien umfasst ein breites Spektrum: Im Stadtverkehr können leichte Elektrofahrzeuge (Low Emission Vehicles - LEV, Fahrräder, Citymobile) bereits relativ kurzfristig zum Einsatz kommen. Mittelfristig geht es darum, für die unterschiedlichen Reichweiten und Leistungsanforderungen eine Strategie für die Elektromobilität zu erstellen, die von einer leichten Elektrifizierung der Antriebe über unterschiedliche Hybridkonzepte, den rein elektrischen Fahrbetrieb bis hin zur Brennstoffzellenanwendung für die langen Distanzen reicht.
Keine dieser Technologien wird die künftigen Herausforderungen alleine lösen können, allerdings können sich diese Technologieoptionen optimal ergänzen. Entscheidend dafür ist allerdings, die jeweils richtigen Mobilitätskonzepte zu entwickeln und zu fördern.
Ziel des Bundesministeriums für Verkehr (BMVBS) ist es, die Marktvorbereitung und Markteinführung dieser neuen Technologien im Verkehrsbereich zu unterstützen, durch die Verbesserungen bei der Energieeffizienz erreicht werden können.
Konkret bedeutet dies, dass die Markteinführung von Elektrofahrzeugen, insbesondere auch im Nahverkehr, beschleunigt werden soll. Dafür muss auch eine geeignete Infrastruktur zum Aufladen der Fahrzeuge aufgebaut werden. Bis zum Jahr 2020 könnten so eine Millionen Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen - vor allem im Stadtverkehr - fahren. Bis zum Jahr 2050 könnte der Stadtverkehr in Deutschland überwiegend ohne fossile Brennstoffe auskommen. |